Wolff: Die Ferrari-Entscheidung hat mich nicht überrascht

Autor des Artikels: , veröffentlicht am 3. Juli 2018.

Toto Wolff, der Chef des Mercedes-Teams, sagte, dass es bei Ferrari sehr grausam wäre, wenn Kimi Räikkönen am Ende des Rennens gesagt würde, er müsse Sebastian Vettl vor sich her stellen. Vettel übernahm nach dem Rennen in Österreich die Führung in der Gesamtwertung und hat nun einen Punktvorsprung auf Hamilton, Räikkönen wird Dritter.

Vettel startete das Rennen in Österreich aufgrund einer Behinderung von Carlos Sainz im Qualifying von Platz sechs und fiel dann aufgrund zweier Fehler in der ersten Runde auf Platz acht zurück. In der Fortsetzung des Rennens gelang ihm der Durchbruch auf den dritten Platz und am Ende gingen ihm die Runden aus, um auf die beiden führenden Fahrer aufschließen zu können. Am Ende des Rennens entschied sich Ferrari, auf Teambefehle zu verzichten, Räikkönen solle den viermaligen Weltmeister vor sich fallen lassen, was im Kampf um den Titel weitere drei Punkte holen würde. Diese Entscheidung wurde auch von Wolff begrüßt. "Ich hätte eine solche Entscheidung in diesem Teil der Saison nicht getroffen und bin froh, dass sie es nicht sind. Ich denke, das ist fair gegenüber dem Sport, den Fans und den Rennfahrern. In diesem Teil der Saison, Anfang Juli, ist der Wechsel der Rennfahrer innerhalb des Teams brutal.

Am Ende des Rennens konnte Vettel Räikkönen mit einem Unterschied von 1.6 Sekunden näher kommen, aber er kam nicht näher. Auf die Frage, ob er einen Städtewechsel erwarte oder wann, antwortete der Deutsche: „Warum nicht? Kimi tat alles, um Max einzuholen. Ich wollte beides fangen. Kimi und ich waren alle am Ende des Fahrzeugs mit voller Kraft, aber es hat nicht geklappt. Räikkönen sprang mit Platz zwei auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung, 45 Punkte hinter seinem Teamkollegen. Vor dem Rennen häuften sich die Gerüchte, dass er in der nächsten Saison seinen Sitz an Charles Leclerc verlieren würde.

Auf die Frage, ob er angesichts dessen erleichtert sei, habe Ferrari keine Teambefehle verwendet, antwortete Toto Wolff: „Nach einem Wochenende wie dem, das wir hatten, kann es keine Erleichterung geben. Es war sehr schmerzhaft." Die Doppelpodien verschafften Ferrari die Führung in der Konstrukteurswertung, ihr Vorsprung auf Mercedes beträgt nun 10 Punkte. Valtteri Bottas ist nach seinem Rücktritt im Sonntagsrennen nun Sechster in der Gesamtwertung, 53 Punkte hinter Teamkollege Hamilton. Wolff hat bereits nach dem Qualifying gesagt, dass Mercedes Bottas nicht bitten wird, die Rolle des zweiten Rennfahrers zu übernehmen.

„Wir sind nur neun Rennen gefahren und es sind noch viele mehr bis zum Schluss. Ich denke, das wäre den Fans gegenüber sehr unfair. Es geht auch um die Denkweise des Rennsports. Wir werden nicht schon im Juni oder Juli auf einem anderen Driver spielen. Das muss man natürlich im letzten Teil der Saison nutzen, wenn man sieht, dass dies einem Ihrer Rennfahrer einen gewissen Vorteil bringen kann. Das gefällt den Fans natürlich nicht, aber man muss es aus Sicht der Mannschaft sehen. Aber das werden wir jetzt nicht tun."