Norris: Ich stand im Schatten von Carlos Sainz

Autor des Artikels: , veröffentlicht am 9. Januar 2022.

Lando Norris und Carlos Sainz teilten sich in den Saisons 2019 und 2020 eine Garage im McLaren-Team. In dieser Zeit haben sie in einem sehr guten Verhältnis eine außergewöhnliche Arbeitschemie innerhalb des Teams geschaffen und somit maßgeblich zum Fortschritt des Teams beigetragen. Auch nachdem Sainz das Team aus Woking verlassen und nach Maranello gezogen war, blieben Freundschaft und großer Respekt bei den Rennfahrern bestehen. Trotz seiner guten Einstellung bezeichnete Norris den Transfer von Sainz als eine gute Sache für ihn, da er damit aus dem Schatten eines erfahreneren Kollegen treten und in der vergangenen Saison in vollem Glanz erstrahlen konnte.

Sainz wechselte vor der Saison 2019 von Renault zu McLaren, und Norris kam als Newcomer zum Team, nachdem er in der Vorsaison Formel-2-Vizemeister geworden war. Noch besser war Norris im Qualifying (20-18) in insgesamt zwei Saisons. In der ersten Saison war er sogar mehrfach unter den Punktgewinnern, Sainz holte aber vor allem dank des dritten Platzes in Brasilien weitere Punkte. Wie Norris zugab, stand er aufgrund der herausragenden Leistungen von Sainz in zwei gemeinsamen Spielzeiten etwas im Schatten der Spanier.

„Sainz ist einer der besten Rennfahrer in der Formel 1. Ich glaube, ich stand wegen seiner herausragenden Leistungen in seinem Schatten. Vielleicht sah ich damals nicht so gut aus, wie ich wirklich bin.“

Der Engländer wies darauf hin, dass Sainz damals auch unterschätzt wurde und erst mit seinem Wechsel zu Ferrari begannen die beiden Rennfahrer mehr zu schätzen.

Trotz seines Eintritts in das neue Team hat der Spanier großartige Arbeit geleistet und die erste Saison sowohl vor Norris als auch vor seinem Teamkollegen Leclerc mit roten Zahlen abgeschlossen.

„Immer mehr Leute sehen jetzt, wozu er fähig ist. Wäre ich bei McLarn geblieben, wäre ich wieder komplett zusammen, vielleicht wäre ich letzte Saison noch besser gewesen.“

Ricciard ließ sich von der Ankunft nicht einschüchtern

Sainza wurde bei McLarn durch Daniel Ricciardo ersetzt, der allgemein als eine harte Nuss für den jungen Norris galt. Aber es war genau das Gegenteil. Der Australier hatte vor allem in der ersten Saisonhälfte große Eingewöhnungsprobleme mit dem neuen Auto. Norris gab zu, dass es seine Erfahrung mit Sainz war, die ihm half, einem erfahreneren Kameraden ohne Angst zu widerstehen.

„Ich war nicht nervös, als Daniel kam. Viele waren der Meinung, dass ich mit ihm nicht klarkommen würde, da er doch viel besser sein sollte als ich und Carlos. Er hatte bereits die Erfahrung des Siegens.“

Der Australier feierte in Monza seinen ersten Sieg seit 2012. Norris wurde damals Zweiter, sein bestes Formel-1-Ergebnis aller Zeiten. Auch im Kampf um den dritten Platz in der Konstrukteurswertung schlug Ferrari in der zweiten Saisonhälfte McLaren.